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Zerbrechende Tradierung book cover

Bereits in den 60er Jahren wurden die Weichen für eine nachhaltige Marginalisierung gestellt: Das im Exil entstandene Schauspiel „IchundIch“ von Else Lasker-Schüler erschien unzugänglich für Lektüren, die das Ideal organischer Geschlossenheit zugrunde legten. Das Buch praktiziert demgegenüber eine besondere Form des „close reading“, das die vielschichtige Textur des Dramas „dicht“ beschreibt und dabei poetologische Fragestellungen aus dem Umfeld dekonstruktiver Theoriebildungen mit diskursanalytischen „Querschnitten“ verbindet. Im Zentrum stehen Überlegungen zum Genre des Textes, zur Problematik von Autorschaft und schließlich zur intertextuellen Umschrift von Goethes „Faust“ vor dem Hintergrund nationalsozialistischer Indienstnahmen des „Faustischen“. „Zerbrechende Tradierung“ bezeichnet den komplexen Darstellungsmodus des Dramas, der Exilierung in sprachliche Deterritorialisierung übersetzt und zugleich eine ideologiekritische „Fugentechnik“ ausbildet, die jede Totalisierung absoluter Ursprungsinstanzen unterbricht.


Die Arbeit widmet sich der Frage der Wiederholung aus einer literaturwissenschaftlichen und psychoanalytischen Perspektive. Anhand der Konstellation von Texten Kierkegaards, Lacans, Freuds und Derridas wird die Wiederholung als sprachliche und ethische Figur im Hinblick auf eine Kritik an der Logik der Repräsentation entfaltet. Die Konfrontation von Kierkegaards Denken der Wiederholung mit dem Wiederholungsbegriff der Psychoanalyse und Lacans Ethik der Begehrens ermöglicht es, die Wiederholung als paradoxe Bewegung zu lesen, in der sich Ethik und Sprache strukturell miteinander verschränken. Diese Verschränkung wird anhand von Kierkegaards Begriff der Ironie, Lacans Konzeptionen des Symbolischen und Realen, Freuds Ausführungen zum Urteil sowie Derridas Denken der Schrift theoretisch expliziert. Die Korrespondenzen von Kierkegaards Ironiebegriff mit der Sprachauffassung der Psychoanalyse geben Anlaß zu sprachtheoretischen und methodischen Reflexionen. Auf diesem Wege zeigt sich auch die Lektüre als Wiederholungsbewegung, d.h. als eine Angelegenheit der Ethik und des Begehrens.


This book examines three first-person novels that narrate spectacular failures of self-representation. In an innovative move, the author grounds these failures in the narrators’ inability to move beyond Empiricist notions of correspondence between private, nonverbal experience and public expression, an inability that confines them to various forms of solipsism. Russo contends that such Empiricist notions still inform contemporary French novels and criticism. She deftly shows that current forms of linguistic skepticism favored by Blanchot, Sartre, Barthes, and Derrida are in fact the very product of the Empiricist notion of truth these authors claim to have rejected. Instead, she argues for the social and contextual dimension of language and against the illusion of authenticity on which these critics still rely. Her readings recast the debates surrounding postmodernism by placing them in a much-needed historical context.

Through a series of lively close readings of Prevost’s Histoire d’une Grecque moderne, Constant’s Adolphe, and Des Forets’s Le Bavard, Russo establishes the continuous legacy of Empiricism across three centuries. Prevost pins his narrator’s interpretive difficulties on an inability to know and categorize Oriental reality, Constant grounds his critique of language on the same ethical and political principles that underlie his liberalism, while Des Forets’s extreme solipsism pitches him against the Sartrean notion of engagement.


In a book both brilliant and lucid, Evelyne Ender explores the issue of sexual identity in the fiction, criticism, and psychoanalytic writings of the 19th century. She focuses on the figure of the hysteric, which, she says, came to represent a mind haunted by the questioning of gender.