German Program

Passagen der Wiederholung. Kierkegaard – Lacan – Freud

Die Arbeit widmet sich der Frage der Wiederholung aus einer literaturwissenschaftlichen und psychoanalytischen Perspektive. Anhand der Konstellation von Texten Kierkegaards, Lacans, Freuds und Derridas wird die Wiederholung als sprachliche und ethische Figur im Hinblick auf eine Kritik an der Logik der Repräsentation entfaltet. Die Konfrontation von Kierkegaards Denken der Wiederholung mit dem Wiederholungsbegriff der Psychoanalyse und Lacans Ethik der Begehrens ermöglicht es, die Wiederholung als paradoxe Bewegung zu lesen, in der sich Ethik und Sprache strukturell miteinander verschränken. Diese Verschränkung wird anhand von Kierkegaards Begriff der Ironie, Lacans Konzeptionen des Symbolischen und Realen, Freuds Ausführungen zum Urteil sowie Derridas Denken der Schrift theoretisch expliziert. Die Korrespondenzen von Kierkegaards Ironiebegriff mit der Sprachauffassung der Psychoanalyse geben Anlaß zu sprachtheoretischen und methodischen Reflexionen. Auf diesem Wege zeigt sich auch die Lektüre als Wiederholungsbewegung, d.h. als eine Angelegenheit der Ethik und des Begehrens.